← v8n2, Fall 2009
Poetry · Volume 8, Number 2

Februarsuiten

I

wieder weißt du um alles und weist mich hin

darauf, dass mein Zittern eine übliche Blüte

sei jenes Monats, zwar nicht weiter schön,

aber ganz brauchbar, um als Antithese

gesetzt an ihr den Sommer zu messen.

II

man brauche, meinst du mit schnippischer Wehmut,

auf jeden Fall gut geschliffene Kufen,

um durch dieses langatmige Frostfeld zu kommen,

und etwa zwei Kniebeugen mehr als üblich

pro Tag für die so genannte Conditio

unter der sorgsam umstrickten Haut

(oder sagtest du Kondition?)

III

dass Schnee in der Regel ein Suffix sei, wüssten wir

beide (inszeniert in einem weißen Flockenspalier) –

also unbetont, leicht zu verschlucken. das Hauptwort

dazu laute übrigens Wetter.

IIII

in diesem Monat sei man

dem Universum am nächsten,

als Niederschlag fielen Galaxien

vom Himmel: unauslotbar in Tiefe,

Bestand (Transzendenz)

und Leuchtkraft.

d’accord, denke ich, bis ich sehe,

wie grandios du darüber lachst.